Beyblade Preview - von
René Quakernack (13.03.2003)
RTL2 präsentiert 51 Folgen der Anime-Serie "Beyblade", die ab dem 17.03.2003 um 14:15 Uhr täglich von Montag bis Freitag ausgestrahlt werden wird.
Story (Zitat aus dem Pressetext von RTL II)
Beyblades sind High-Tech-Kreisel, die mit Hilfe von Zusatzteilen verbessert werden können. Der junge Tyson ist der Anführer der „Bladebreakers“, einem Team von Beyblade-Profis. Sie trainieren täglich, perfektionieren ihre Techniken, tunen ihre Kreisel auf und liefern sich spannende Beyblade-Schlachten mit ihren Gegnern, den „Blade Sharks“. Tyson und seine Freunde verfolgen nur ein Ziel: Sie wollen an der Beyblade-Weltmeisterschaftstour teilnehmen, um eines Tages zur Top-Nummer 1 aller Beyblader zu werden.
Die Anime-Serie „Beyblade“ startete 2000 mit überwältigendem Erfolg in Japan und löste einen wahren Beyblade-Boom aus. Wie in der TV-Serie trainierten die Kids mit ihren High-Tech-Kreiseln, um in Wettbewerben gegeneinander anzutreten. Der „Beyblade World Championship“ in Tokio zählte über 15.000 Teilnehmer. Seit letztem Jahr läuft die Serie u.a. in den USA, Canada, Großbritannien und Frankreich. Auch dort wurden die Kids vom Kreisel-Fieber gepackt, das Spielzeug aus dem Hause Hasbro entwickelte sich in kürzester Zeit zum Verkaufsschlager.
Charaktere aus Beyblade
| Tyson Der Hauptcharakter der Serie ist ein Beyblade-Narr und geht keiner Herausforderung aus dem Weg. Er wohnt in einem Dojo zusammen mit seinem Großvater. Sein ganzes Denken und Handeln dreht sich ausschließlich um die Verbesserung seiner Strategien und Techniken zum Spiel - er träumt sogar nachts davon! Er ist ziemlich eingebildet und prahlt mit seinem Aussehen und seinem Können. |
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| Carlos -
Clemens Ostermann ("Ranma-kun" in Ranma 1/2) Sieht fies aus - ist auch fies. Carlos ist ein hervorragender Beyblader, der mit Vorliebe die Kreisel seiner Gegenspieler einkassiert, bis er eines Tages auf Tyson trifft... |
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Kenny - Inez Günther ("Mahorca" aus
Doremi) Kenny ist der ständige Begleiter von Tyson, der die Beyblade-Spiele mit seinem Laptop auswertet und die Spielzüge mit pseudo-wissenschaftlichen Sprüchen kommentiert. |
| Kai -
Hubertus von Lerchenfeld ("Jean" in Nadia) Kai ist der Anführer der Blade Sharks und ein Rivale von Tyson. |
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Großvater Der Großvater von Tyson macht das, was viele alte Menschen machen: Sich über die Faulheit der jungen Generation zu beschweren. Er ist bemüht, seinen Enkel stets zu disziplinieren. Heimlich ist er stolz auf die Fortschritte, die sein Sprössling beim Beybladen macht. |
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Das Spiel Hasbro bietet das zugehörige Spielzeug zur Serie an. Das Prinzip von Beyblade ist sehr einfach zu erklären. Die Kontrahenten lassen ihre Kreisel in einer kleinen Arena drehen (links). Der Besitzer des Kreisels, der sich bis zum Schluss in der Arena halten kann, hat gewonnen. Während des Drehens können sich die Kreisel durch kurzen Kontakt aus der Arena werfen. Die Kreisel selbst lassen sich aus mehreren Modulen zusammenbauen, die die Physik der Drehgeschosse beeinflussen können (z.B. Schneller oder Schwerer). Die Kreisel selbst werden mit den so genannten "Startern" (Bild darunter) erst in Bewegung gebracht. Durch das Ziehen der Schnurr mit der rechten Hand und dem Loslassen des Kreisels mittels des Hebels an der linken Hand wird der Kreisel in die Arena geschossen. Es gibt mehrere Arten von Kreiseln, Startern und Arenen, die alle separat verkauft werden. Auf der deutschen Webseite zu Beyblade werden alle Arten aufgelistet und erklärt. |
Gemeinsamkeiten sind nicht ausgeschlossen
Beyblade steht in der Tradition von Serien wie Pokémon, Digimon und Yu-Gi-Oh und wurde ausschließlich zum Zwecke der Vermarktung von Spielzeug hergestellt. Neben der jetzt bevorstehenden Ausstrahlung der ersten 51 Folgen gibt es bereits zwei weitere Staffeln in Japan. Wie im Falle von "Yu-Gi-Oh" besitzt ein amerikanisches Unternehmen die Weltrechte an der Serie (Nelvana). Um die "Kreisel-Kämpfe" interessanter zu gestalten, hat man sie im Anime mit einem "mystischen" Hintergrund verknüpft.
Aus der Einleitung der ersten Folge:
Vor Jahrtausenden, als der Sport des Beybladen noch jung war, bevölkerten
mächtige Wesen die Erde. Doch seit die alte Zeit verblasste, erwarten sie das
Heranwachsen von neuen Champions. Mit Ihnen werden die Wesen wieder erwachen...
Vergleicht man diese kurze Einleitung der ersten Episode mit dem Vorspanntext von Yu-Gi-Oh, fallen sofort Gemeinsamkeiten ins Auge. Schon hier kann man sich nicht des Eindruckes erwähren, dass da Konzepte einfach kopiert und neu angewendet werden. Etwas ist wichtig, weil es noch Wurzeln in vergangene Zeiten besitzt. "Beyblade ist nicht neu, sondern das gab es schon immer." Der mystische Zusammenhang mit diesem Spielzeug wirkt im Gegensatz zu Yu-Gi-Oh, dass auf eine bestehende und ansprechende Kultur zurückgreift (Ägypten) eher lächerlich.
In der Serie wird der Umgang mit der "Peripherie" geschildert, die auch käuflich im Spielzeugladen zu erwerben sind. Die Begeisterung der Figuren im Anime für das Spielzeug soll sich auch auf die zuschauenden Kinder übertragen. Die Aufforderung zum Kauf des Spielzeugs ist in Beyblade noch sehr viel direkter als in vergleichbaren Serien, da dort mit den Geräten aktiv "gearbeitet" wird.
Zielgruppe/Hickhack um die Sendezeit
Auch Beyblade hat wie Yu-Gi-Oh eine stark eingekreiste Zielgruppe: Ausschließlich Jungen im konsumfreudigen Alter zwischen 8-12. Ursprünglich sollte die Serie um 13:25 Uhr ausgestrahlt werden. Die Verlegung auf den 14:15 Uhr-Sendeplatz kam recht kurzfristig. Innerhalb der Werbung in "Be" wurde die Serie weiterhin mit 13:25 Uhr beworben (bis zum Schluß). Auch auf der Webseite von RTL2 wurde die Sendezeit erst wenige Tage vorher korrigiert. Die aktuelle Trailer-Werbung auf RTL2 gibt die Sendezeit sogar mit 14:45 Uhr an (bis einschließlich Freitag, den 14.03.2003).
Die deutsche Sprachfassung
Bei der deutschen Fassung von Beyblade bekommt man als erfahrener Zuschauer gleich mehrere Deja-Vu's zu spüren. Alle Sprecher waren schon irgendwo mal in anderen Serien zu hören. Sehr leicht zuzuordnen ist dadurch auch der Ort der Synchronisation: München. Um welches Studio es sich genau handelt, verschweigen die Credits am Ende der Folge, dafür wird das ursprüngliche englische Studio und deren Sprecher genannt. Die Qualität der Synchro ist durchschnittlich, richtige Highlights unter den Sprechern gibt es nicht. Die Leistungen der Sprecher hängen natürlich auch vom Buch und der Synchronregie ab, die die Sprecher dazu bringen könnten, mehr aus sich herauszuholen. Ein Musterbeispiel für eine besonders gute Regie sind die sehr unterschiedlichen Leistungen der Münchner Sprecher innerhalb der ersten und der späteren Staffeln der Serie "Sailor Moon".
Der Opener
Bei dem deutschen Opener mit dem Titel "Let's Beyblade!" hat man auf kernige Hardrock-Musik mit viel E-Gitarren gesetzt. Toyco Music konnte Tom Fock, den Kopf der Band "Lustfinger" als Sänger für die deutsche Version gewinnen. "Lustfinger" gilt als Band mit Kultcharakter innerhalb der Indie-Szene. Das japanische Opening wird von der Gruppe "system-B" gesungen (das Titellied heißt "Fighting Spirits - Song for Beyblade"). Mag man die Neukomponierung eines Songs zur Serie zunächst nicht gutheißen, stellt die Nicht-Umsetzung der japanischen Fassung diesmal keinen besonderen Verlust dar - der deutsche Rocksong klingt sehr kernig und lädt zum Mitsingen ein. Beim Ending ist noch mal eine Instrumentalversion des Openers zu hören. Das Ending selbst ist kaum der Rede wert, besteht es nur aus ein paar Standbildern und den üblichen amerikanischen Credits. Interessanterweise war auf dem Preview-Tape ein paar Minuten nach der ersten Episode der gleiche Abspann noch mal zu sehen - nur OHNE englische Credits. Die Möglichkeit, ein Ending mit deutschen Credits zu gestalten, hat man sich erspart.
Beschaffenheit der Episoden
Wie auch schon Yu-Gi-Oh wurde die Serie für den amerikanischen Markt vollkommen neu aufbereitet. Der Vorspann (neu gestaltet mit Szenen aus der Serie) sowie der Abspann sind genau eine Minute lang. Alle Namen sind verändert worden, die Dialoge wurden mit typisch amerikanischen Wortwitz ergänzt. Ausblendungen wie in Yu-Gi-Oh, die ursprünglich zur Werbung überleiten sollten, gibt es bei Beyblade auch, wirken aber nicht so störend im Gegensatz zum Konkurrenztitel, bei dem oft einige Sekunden vor der ursprünglichen Werbeunterbrechung wiederholt werden. Die amerikanische Firma "Nelvana" ist bereits berühmt-berüchtigt für die Umgestaltung der amerikanischen Fassung von Card Captor Sakura. In dem Falle hatte man aus einer 70teiligen Serie eine völlig neue Serie mit 26 Folgen geschaffen, die mit der ursprünglichen Fassung nichts mehr gemein hat. Im Falle von Beyblade waren keine so starken Anpassungen notwendig, da die Serie von vorn herein eine reine Werbeplattform für die Vermarktung der Beyblade-Spielzeuge darstellt. Ein Novum - aber eher für Videofreunde interessant ist die Tatsache, dass die Ausstrahlung der Serie mit einem progressiven PAL-Bild erfolgt. Dies stellt eine deutliche Verbesserung der Bildqualität dar.
Fazit
Beyblade treibt die Vermarktung von Spielzeug mittels des Mediums Anime auf
die Spitze des Erträglichen. Boten Vorgängerserien wie Pokémon und Digimon
unabhängig von der Vermarktung noch eine unterhaltsame Geschichte und
bemerkenswerte Charaktere, wird dies in neueren Serien wie Beyblade und Yu-Gi-Oh
gänzlich unterschlagen, die ausschließlich als Werbeplattform für das zugehörige
Spielzeug dienen. Für Merchandisingfirmen ein Traum, für Eltern ein Alptraum.
Die amerikanische Nachbearbeitung ist nicht gänzlich unschuldig daran, das den
Serien ihr restliches japanisches Flair komplett genommen wird, dass auch ein
Teil der Faszination an diesem Medium ausmacht.
Update
Durch die sehr große Nachfrage nach dem zugehörigen Spielzeug zu
Beyblade wiederholt RTL II die Serie ab den 06.06.2003 und zeigt jeweils am
Freitag eine Episode um 12:50 Uhr.
(C) der Review:
AnimeDigital
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